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Warum Schweizer Exporteure sich gerade jetzt beim Zoll-Wissen absichern sollten
11.12.2025Neuer Zolldruck aus den USA trifft Schweizer Exportwirtschaft Im August 2025 führte die USA Strafzölle von bis zu 39 % auf Schweizer Waren ein – ein massiver Einschnitt für viele Exportbranchen. Besonders betroffen sind Maschinen- und Elektroindustrie, Präzisions- und Medizintechnik sowie Uhren und Präzisionsinstrumente.
Obwohl am 14. November 2025 eine Absichtserklärung zwischen der Schweiz (und Liechtenstein) und den USA unterzeichnet wurde, in deren Rahmen die US-Zölle auf maximal 15 % reduziert werden sollen, bleibt die Lage für Exporteure unsicher: Zeitpunkt und konkrete Details der Umsetzung sind weiterhin unklar.
Für exportorientierte Schweizer Unternehmen bedeutet das: bestehende Investitions- und Produktions-entscheidungen, Lieferketten sowie Preisstrategien müssen derzeit auf wackeligen Grundlagen geplant werden. Gerade in Branchen mit hohem Exportanteil in die USA hat diese Entwicklung das Potenzial, Geschäftsmodelle und Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu beeinflussen.
Parallel: Neue Freihandelslage mit Lateinamerika Gleichzeitig öffnet sich für Schweizer Exporteure mit dem kürzlich unterzeichneten Freihandelsabkommen zwischen EFTA (inklusive der Schweiz) und dem südamerikanischen Block Mercosur ein neues Absatzgebiet mit 270 Mio. Konsumentinnen und Konsumenten. Dies könnte gerade für industrielle Güter – wie Maschinen, Präzisionstechnik oder Konsumgüter – eine willkommene Alternative und Diversifikationschance sein.
Ihre Gelegenheit zum Wissensvorsprung: Aussenhandel kompakt (Zoll-Update)
Vor diesem Hintergrund gewinnt fundiertes Zoll- und Handels-Know-how an strategischer Bedeutung. Genau hier setzt unser halbtägiges Seminar „Aussenhandel kompakt (Zoll-Update)“ an:
- Wir laden Sie ein, in exklusivem Rahmen mit Aussenhandels- und Zollexpertinnen und -experten ins Gespräch zu kommen.
- Im Fokus stehen brandaktuelle Entwicklungen — von neuen Zollsätzen bis hin zu Freihandelsabkommen und ihren praktischen Implikationen.
- Besprochen werden Themen wie Zoll im Wandel, neue Tools und Prozesse (z. B. DaziT/Passar), EU-Regularien, Freihandelsabkommen und Exportkontrollen.
- Sie erhalten praxisnahe Lösungen für konkrete Herausforderungen im Berufsalltag — etwa: Wie passe ich Lieferketten und Dokumentationspflichten an? Welche Strategien ergeben sich bei Zollunsicherheit? Wie nutze ich neue Märkte optimal?
- Darüber hinaus: Interaktive Diskussionen, Erfahrungsaustausch mit Branchenkollegen und am Ende ein Apéro – ideal zum Netzwerken und für persönliche Vernetzung.
Wenn Sie in der Aussenhandelsbranche tätig sind — z. B. als Sachbearbeiter/in Import/Export, mit Weiterbildung im Aussenhandel oder in leitender Funktion —, ist dieser Anlass eine wichtige Investition in Ihre Handlungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum gerade jetzt teilnehmen?
- Die jüngste Zollkrise mit den USA zeigt: Globale Handelskonflikte können schnell Realität werden — wer vorbereitet ist, hat einen klaren Vorteil.
- Gleichzeitig entstehen neue Chancen durch Handelsabkommen wie jenes mit Mercosur: Doch nur wer die Regeln, Prozesse und Risiken kennt, kann sie erfolgreich nutzen.
- Zoll- und Handelsprozesse ändern sich laufend: Wer up-to-date bleibt, minimiert Compliance-Risiken und vermeidet Überraschungen in der Praxis.
Interview mit Isabelle Mosberger zu Risikoanalysen in Bezug auf CSR und Tarifierung
01.12.2025Wie bist du dazu gekommen, dich im Bereich der Tarifierung selbständig zu machen?
Es gibt zwei Treiber: Zum einen, weil ich den Mehrwert in einer korrekten Tarifeinreihung sehe, und gleichzeitig leider das BAZG seit einigen Jahren weniger in die Ausbildung in diesem Bereich investiert. Ich habe gemerkt, dass die Wirtschaft von fundiertem Tarifierungswissen profitieren kann und dass ich dieses anbieten kann. Zum anderen, weil ich mir in einer neuen Wohnregion infolge eines Umzugs Arbeit suchte und auf Anhieb keine Stelle fand, welche die Tarifierung beinhaltet. Da habe ich gemerkt, wie gerne ich mich tatsächlich mit Tarifnummern beschäftige.
Was findest du am Tarifieren „schön“?
Dass es relativ statisch ist – zumindest innerhalb der sechsstelligen HS-Nummer. Die Aussenhandelswelt ist sehr stürmisch, und eine stabile Tarifnummernbasis kann helfen, da durch zu navigieren. Die Nomenklatur des Harmonisierten Systems ändert sich nur alle fünf Jahre in einzelnen Nummern. Und bei Fällen mit verschiedenen in Frage kommenden Tarifnummern gefällt mir, dass es mit Wahrheitsfindung zu tun hat. Klingt philosophisch, aber genau darum geht es. Gemäss der Idee und den Regeln der WZO gibt es eine korrekte Tarifnummer, nicht mehrere.
Was wünschst du Menschen, welche im Aussenhandel berufstätig werden wollen?
Freude am Veränderlichen, am Spannungsfeld, das zwischen den Interessen der Politik und der Wirtschaft entstehen kann, und ein gesundes Bewusstsein für Risiken. Natürlich auch eine gute aussenhandelsspezifische Aus- oder Weiterbildung, die grundsätzlich eine Voraussetzung ist. Der Lehrgang AHF bei der SSIB hat mir beispielsweise mit praxisnahem Wissen sehr geholfen, mich nach dem behördlichen Arbeitsumfeld der Zollverwaltung in den ganz anderen Dynamiken der Privatwirtschaft besser zurechtzufinden.
Inwiefern haben die US-Zölle deine Geschäftstätigkeit beeinflusst?
Sicher nicht negativ, wobei die US-Zölle bei keiner meiner Kundenunternehmen als der Grund genannt wurden, weshalb die Stammdaten in Sachen Tarifierung einer Überprüfung bedurften. Ich denke, da sind andere Marktteilnehmende aktiver als ich, wenn es darum geht, spezifische Beratung in Bezug auf US-Zölle anzubieten. Dennoch zitiere ich in diesem Kontext gerne, was ein Berufskollege von mir kürzlich gesagt hat: „Trump hat der Tarifierung die Krone aufgesetzt.“
Möchten Sie mehr zum Thema Tarifierung wissen? Dann nehmen Sie an unserem gratis Lunch-Webinar teil.
Diplomfeier 2025 und Start der neuen Lehrgänge im Aussenhandel
17.11.2025Am 25. Oktober 2025 feierten wir die Diplomfeier unserer Absolventinnen und Absolventen der Lehrgänge Aussenhandelsfachmann/-frau (BP) und Aussenhandelsleiter/in (HFP). Der Anlass stand ganz im Zeichen von Stolz, Erfolg und Freude. Besonders hervorgehoben wurde Angelo M., der für die beste Abschlussarbeit und die beste Note ausgezeichnet wurde. Wir gratulieren herzlich zu dieser herausragenden Leistung.
Unsere Absolventinnen und Absolventen sind nun bestens vorbereitet, um die Zukunft des internationalen Handels aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig durften wir am 18. und 25. Oktober 2025 die neuen Klassen des Lehrgangs Aussenhandelsfachmann/-frau (BP) begrüssen. Wir heissen alle neuen Teilnehmenden herzlich willkommen und wünschen einen erfolgreichen Start.
Die nächsten Lehrgangsstarts finden am 23. Januar 2026 sowie am 14. März 2026 in kompakter Form statt.

Neue Lehrgänge Sachbearbeiter/-in Import/Export in Zürich gestartet – Aktuelle Herausforderungen im Fokus
23.09.2025In Zürich haben kürzlich zwei neue Klassen des Lehrgangs Sachbearbeiter/-in Import/Export ihre Ausbildung begonnen – genau zu einem Zeitpunkt, an dem der internationale Handel vor großen Herausforderungen steht. Globale Lieferketten sind nach wie vor in Bewegung, Vorschriften ändern sich ständig, und Unternehmen müssen flexibel auf neue Entwicklungen reagieren.
Aktuell sorgt die Demokratische Republik Kongo für Schlagzeilen: Ab dem 16. Oktober 2025 wird der Export von Kobalt mit Quoten geregelt, um die heimische Verarbeitung zu fördern und den globalen Markt zu stabilisieren. Diese Regelung wirkt sich direkt auf Logistik- und Zollprozesse aus und zeigt, wie wichtig fundiertes Wissen im internationalen Handel geworden ist.

Wir bilden auf Höchststufe aus – der nächste Lehrgang Aussenhandelsleiter/in ist bestätigt!
10.09.2025Die SSIB bietet mit dem eidgenössischen Lehrgang Aussenhandelsleiter/in die höchste Aus- und Weiterbildungsstufe im Bereich Aussenhandel an. Wer sich dieser Herausforderung stellt, gewinnt nicht nur fundiertes Fachwissen, sondern auch wertvolle Kompetenzen in Führung, Kommunikation und Strategie – genau das, was es braucht, um im internationalen Geschäft erfolgreich Verantwortung zu übernehmen.
Auch unser ehemaliger Student Reto Hungerbühler meint: «Die Ausbildung zum Aussenhandelsleiter bei der SSIB war für mich ein grosser Gewinn. Ich konnte mein Fachwissen im Aussenhandel erweitern, wichtige Kompetenzen in Teamführung und Kommunikation entwickeln und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln, indem ich in meinem Unternehmen eine Abteilung übernehmen durfte. Besonders geschätzt habe ich den Praxisbezug der Dozenten sowie den Austausch mit den Teilnehmenden, aus dem sich Kontakte ergeben haben, die mir auch nach Abschluss der Ausbildung von Nutzen sind.»
Wir freuen uns sehr, Ihnen mitzuteilen: Der nächste Lehrgang startet definitiv am 21. November 2025 – am Standort Zürich-Flughafen sowie flexibel online im Hybrid-Format. Damit schaffen wir die idealen Rahmenbedingungen für Berufsleute, die ihre Karriere im Aussenhandel auf die höchste Stufe bringen wollen.
Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz und gestalten Sie die Zukunft des Aussenhandels aktiv mit.
Die einzige Konstante im Aussenhandel: Veränderung
08.09.2025Im Aussenhandel gibt es nur eine einzige Konstante: dass nichts konstant bleibt. Vorschriften ändern sich, neue Regulierungen treten in Kraft, internationale Rahmenbedingungen verschieben sich – und Unternehmen sind gezwungen, Schritt zu halten. Wer hier bestehen will, braucht aktuelles Wissen, den Blick über den Tellerrand und konkrete Lösungsansätze für den Geschäftsalltag.
Genau darum geht es an der 5. Aussenhandels-Fachtagung (Zollsymposium) am 23. Oktober 2025 am Zürich-Flughafen. Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen teilen ihr Know-how und diskutieren mit Ihnen die drängendsten Themen unserer Zeit. Auf der Agenda stehen aktuelle Zoll-Updates, neue Entwicklungen bei der Mehrwertsteuer in der Schweiz und der EU, die Herausforderungen des globalen Handels mit Fokus auf die USA, Prozessverbesserungen in der Supply Chain sowie die Frage, wie Nachhaltigkeit mit Logistikpartnern konkret gelebt werden kann.
Einen besonderen Schwerpunkt setzt Referent Mario Caccivio, der die neuesten Entwicklungen im Zollwesen beleuchtet. Sein Appell: «Das Thema Zoll ist in aller Munde und die effektiven Auswirkungen muss jedes Unternehmen für sich selber eruieren. Erst dann können intern optimale und kundenspezifische Massnahmen getroffen werden.»
Die Fachtagung bietet Ihnen nicht nur Fachwissen aus erster Hand, sondern auch die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Impulse für den eigenen Berufsalltag mitzunehmen und wertvolle Kontakte zu pflegen. Abgerundet wird der Tag mit einem gemeinsamen Apéro, der Raum für persönliche Gespräche und Networking schafft.
Bleiben Sie informiert, handlungsfähig und vernetzt – alle Details zur 5. Aussenhandels-fachtagung finden Sie hier.
Passar Interview mit Ingo Strasser
09.01.2025"Passar bringt die Schweizer Import- und Exportwirtschaft ganz nach vorne."
Passar-Experte und SSIB-Dozent Ingo Strasser erklärt, warum Passar eine Chance ist, die Unternehmen und Hersteller von Zollsoftware nutzen sollten.
- Ingo, als SSIB-Dozent und Leiter eines Zollsoftware-Unternehmens bewegst Du Dich in der Theorie und in der Praxis. Kannst Du zunächst Passar in ein bis zwei Sätzen für diejenigen beschreiben, für die das Thema komplett neu ist?
Klar. Passar ist das neue Warenverkehrssystem des Bundesamts für Zoll und Grenzschutz BAZG. Heisst: Es regelt, wie die Verzollung im Import und Export abläuft, stellt die entsprechenden Tools zur Verfügung und schafft die Rahmenbedingungen. Passar ist das Schlüsselelement der Digitalisierung im schweizerischen Handelswarenverkehr - und beginnt bereits damit, die bestehenden Systeme NCTS und e-dec vollumfänglich abzulösen.
- Hand aufs Herz: Wo stehen wir mit Passar?
Das BAZG steht ganz gut da. Natürlich gibt es die bekannten Verzögerungen beim Zollgesetz, aber trotzdem: Die Implementierung geht hier zügig voran. Allerdings hören wir aktuell von den Wirtschaftsbeteiligten aus dem Markt, dass sich einige Software-Hersteller noch schwertun, Passar-Implementierungen für die Ausfuhr anzubieten. Das könnte in 2025 zu Problemen führen, wenn die grosse Umstellungswelle zwingend stattfinden muss. Aus Sicht AEB können wir berichten, dass wir bereits erste Umstellungen erfolgreich durchgeführt haben, und wir planen, dass wir bis spätestens Mitte 2025 alle Umstellungen für unsere Bestandskunden durchgeführt haben werden. Unsere bisherigen Erfahrungen aus den Umstellungsprojekten zeigen, dass die Ablösungen nicht trivial sind, da oftmals etablierte Prozesse neu aufgesetzt werden müssen. Gleichzeitig ist der Umstellungseffekt allerdings sehr positiv, da wir durch Einsatz eines digitalen Assistenten in unserer Software den Anwender dabei unterstützen, dass korrekte Zollanmeldungen zu kreieren so einfach wird, wie eine Email zu versenden. Wie gesagt, NCTS und Export werden also schon rege in Passar genutzt und funktionieren gut. Natürlich gibt es noch Kleinigkeiten, die im Doing aufkommen, aber die werden in der Regel schnell geprüft und implementiert.
Für Passar braucht es ein neues Zollgesetz. Es bildet die rechtliche Grundlage, um Passar komplett implementieren zu können. Das neue Gesetz umfasst drei wesentliche Änderungen: Erstens gibt es ein neues Rahmengesetz, das BAZG-VG. VG steht dabei für Vollzugsaufgabengesetz. Es beinhaltet sämtliche Prozesse bei der Abgabenerhebung und der Kontrolle des Grenzüberschreitenden Waren- und Personenverkehrs durch das BAZG. Zweitens wird das heutige Zollgesetz zu einem reinen Abgabenerlass, dem Zollabgabengesetz bzw. ZoG. Es regelt die Zollpflicht, Bemessung und Strafen bei Verstössen. Und drittens werden die Abgabe- und nichtabgaberechtlichen Erlasse angepasst.
- Was ist das Problem mit dem Zollgesetz?
- Und das braucht Zeit ...
Nach den Verzögerungen kommen die Beratungen zur Totalrevision des Zollgesetzes gut voran - die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) plant, sie im vierten Quartal abzuschliessen.
- Müssen wir für Passar alle noch einmal an die Uni?
Das sicher nicht – viele Grundprinzipien werden auch weiterhin angewendet. Es wird alles jedoch wesentlich digitaler - und für Unternehmen eröffnen sich neue Möglichkeiten und Handlungsspielräume. Damit sollte man sich natürlich auseinandersetzen und aus den neuen Gegebenheiten Gelegenheiten machen.
- Was bedeutet Passar für die Uni-Studiengänge zum Thema Aussenhandel?
Gerade in dieser Phase ergibt es Sinn, das "Alt" und das "Neu" zu zeigen, wohin die Reise geht und woher wir eigentlich kommen. Um Verständnis dafür zu schaffen, warum Passar und die Digitalisierung des Zolls so wichtig für den Wirtschaftsstandort Schweiz sind.
- Warum ist Passar so wichtig für die Schweizer Wirtschaft?
Natürlich bedeutet Passar zunächst einmal einiges an Umstellungen - klar. Aber mittelfristig ist es eine riesige Chance. Der Zoll versucht hier, Prozesse zu vereinfachen. Das bietet grössere Einsparpotenziale und automatisiertere Prozesse. Auch die Abschaffung der Industriezölle und die Anpassung des Generaltarifs waren schon ein grosser Schritt nach vorne, um die Möglichkeiten einer vereinfachten Deklaration überhaupt erst zu ermöglichen.
- Was sind im Kern die Vorteile für Schweizer Unternehmen? Und gibt es auch Nachteile?
Jede Veränderung birgt grosse Vorteile in sich. Gleichzeitig treten in der Anfangsphase auch gewisse Nachteile auf. Klare Vorteile sind die Vereinfachungen zum Beispiel beim Handling des neuen zentralen ePortals. Mit der Abschaffung der Industriezölle können künftig ausserdem für einen grösseren Anteil von Warenbewegungen vereinfachte Warenanmeldungen abgegeben werden, die Einführung eines vereinfachten, zweiteiligen Ausfuhrprozesses führt hier zu mehr Flexibilität und weniger komplexen Prozessen. Ein temporärer Nachteil dürfte aktuell zum Beispiel sein, dass die Deklarationen heute noch "prozessrein" sein müssen. Das bedeutet, dass beispielsweise der Veredelungsverkehr und der Normalverkehr zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr gemischt werden dürfen. Da müssen Unternehmen unter Umständen zunächst einmal ihre Prozesse anpassen.
- Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Ganz generell empfehle ich Unternehmen, sich konkret mit dem Thema zu beschäftigen und die Umstellungen schnell zu realisieren, da es in 2025 sicherlich zu Engpässen kommen könnte. Und Passar generell als Anlass zu nehmen, die eigenen Zollprozesse zu optimieren und zu digitalisieren. Da liegt ein enormes Potenzial.
Interview mit Srdja Boskovic – erfolgreicher Absolvent der eidgenössischen Berufsprüfung «Aushandelsfachmann»
09.08.2024Heute freuen wir uns, Srdja Boskovic in unserem Interview begrüssen zu dürfen. Srdja hat kürzlich seine Weiterbildung zum "Aussenhandelsfachmann" erfolgreich abgeschlossen. Mit seiner umfangreichen Expertise und seinem frisch angeeigneten Wissen ist er bereit, die Herausforderungen des internationalen Handels zu meistern. In diesem Interview werden wir mehr über seine Erfahrungen, seine Motivation und seine Pläne für die Zukunft erfahren. Lassen Sie uns eintauchen und herausfinden, was Srdja zu dieser spannenden Reise inspiriert hat und welche Einblicke er mit uns teilen kann.
- Herzlichen Glückwunsch, Srdja! Was hat dich dazu motiviert, die Weiterbildung zum Aussenhandelsfachmann bei der SSIB AG zu beginnen?
Der Hauptgrund für meine Entscheidung diese Weiterbildung zu anzutreten, war der Wunsch, in einem sich stetig wandelnden Fachgebiet am Ball zu bleiben. In den letzten Jahren hat sich viel verändert und dieser Trend wird sich sicherlich fortsetzen. Die SSIB geniesst einen hervorragenden Ruf, was mir die Zuversicht gab diese neue Herausforderung anzugehen.
- Welche Herausforderungen hast du während der Weiterbildung bewältigen müssen und wie bist du damit umgegangen?
Es ist normal, dass man bei einer Weiterbildung mit Herausforderungen zu kämpfen hat, wie zum Beispiel die richtige Lernmethode zu finden oder ständig konzentriert zu bleiben. Mit der richtigen Motivation und den wertvollen Ratschlägen der Dozenten, konnte ich stufenweise weitere Sicherheit entwickeln.
- Wie hast du das Schulkonzept mit hybridem Unterricht und der Lernplattform mit Unterlagen und Unterrichts-Aufnahmen empfunden?
Der hybride Unterricht war für mich sehr hilfreich, da ich einen langen Arbeitsweg habe. So konnte ich flexibel entscheiden, ob ich am Unterricht teilnehme oder die Aufnahmen im Selbststudium nacharbeite. Die Möglichkeit, die Aufnahmen jederzeit abspielen zu können, machte sie während der Prüfungsvorbereitung besonders wertvoll.
- Wie haben sich deine beruflichen Fähigkeiten und Perspektiven durch die Weiterbildung verändert?
Ich erkenne, dass die Lerninhalte in der Praxis immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dieser Abschluss verschafft mir einen zusätzlichen Vorteil für neue Aufstiegs- und Karrierechancen und wird voraussichtlich auch in Zukunft immer relevanter werden. Zusätzlich habe ich ein breiteres Spektrum an Kenntnissen erworben, das mir einen tieferen Einblick in die Gesamtheit des Handels- und Tagesgeschäfts ermöglicht.
- Wie sieht deine berufliche Zukunft aus und was wir sich mit dem Titel «Aussenhandelsfachmann mit eidg. Fachausweis» für dich ändern?
Durch den Abschluss der Weiterbildung, die ein breites Spektrum internationaler Themen abdeckte, sehe ich nun erweiterte Möglichkeiten für den Einstieg in meine berufliche Laufbahn in den zusammenhängenden Wirtschaftssektoren. Zudem kann ich mein berufliches Netzwerk erweitern, indem ich Kontakte aus der Weiterbildung knüpfe. Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass der Titel 'Aussenhandelsfachmann mit eidg. Fachausweis' meine berufliche Zukunft positiv beeinflussen wird.
Interview mit Noelia Musa, Absolventin eidg. Aussenhandelsfachfrau 2023
05.06.2024Noelia Musa hat 2023 den eidg. Abschluss zur Aussenhandelsfachfrau erfolgreich erworben. Seitdem hat sich bezüglich ihrer Karriere viel verändert und sie arbeitet jetzt als «Export Specialist» in einer Medizintechnik-Firma im Raum Zürich. Wie sich die Weiterbildung auf ihre Karriere auswirkte und wie sie die Zeit bei der SSIB empfunden hat, lesen Sie in folgendem Interview.
- Liebe Noelia, was hat dich dazu motiviert, die Weiterbildung zur Aussenhandelsfachfrau bei uns zu absolvieren?
Die positiven Bewertungen und Empfehlungen von ehemaligen Teilnehmenden haben mich überzeugt, dass ich bei euch die bestmögliche Ausbildung erhalten werde.
- Welche spezifischen Fähigkeiten und Kenntnisse konntest du während der Weiterbildung erwerben?
Die Weiterbildung zur Aussenhandelsfachfrau ist sehr praxisorientiert und bietet einen umfassenden Einblick in alle relevanten Aspekte des Aussenhandels, daher konnte ich mein Wissen in verschiedene Bereiche wie Fachwissen im internationalen Handel, Zoll + MWST, Spedition, Export etc. vertiefen.
- Wie hast du die Lernatmosphäre und die Unterstützung durch die Dozenten und das Schulpersonal erlebt?
Während meiner Weiterbildung habe ich die Lernatmosphäre und die Unterstützung durch die Dozenten und das Schulpersonal als äusserst positiv und förderlich erlebt. Die Dozenten waren sehr engagiert und kompetent. Sie brachten umfangreiche Praxiserfahrung mit und konnten theoretische Inhalte durch anschauliche Beispiele verständlich machen. Was ich ausserdem sehr hilfreich fand, waren die Aufnahmen des Unterrichts, welche wir «On-Demand» anschauen konnten. Dies hat es mir ermöglicht, dass ich auch in den Ferien oder am Wochenende Unterricht rückwirkend absolvieren konnte.
- Wie hat sich dein Job von Anfang deiner Ausbildung im Vergleich zu jetzt verändert?
Durch die theoretischen und praktischen Inhalte der Ausbildung habe ich ein tiefes Verständnis für die komplexen Abläufe im Aussenhandel entwickelt. Dieses Wissen konnte ich direkt in meinem Job anwenden, was meine Effizienz und Effektivität in der täglichen Arbeit erheblich gesteigert hat.
- Kannst du ein oder zwei Beispiele nennen, wie dir die Weiterbildung in deinem aktuellen Job geholfen hat?
In der Weiterbildung lernte ich verschiedene Methoden der Kostenanalyse und -optimierung kennen, insbesondere im Bereich der Logistik und des Transportmanagements. Ich erlangte Kenntnisse über Verhandlungstechniken mit Spediteuren und alternative Transportmöglichkeiten. Mit diesem Wissen konnte ich die Frachtkosten bedeutend senken.
- Inwiefern hat die Weiterbildung deine Karrierechancen und deine Position auf dem Arbeitsmarkt verbessert?
Durch die Weiterbildung habe ich wertvolle Kontakte zu anderen Fachleuten und Experten im Bereich Aussenhandel geknüpft. Dieses Netzwerk bietet mir nicht nur Unterstützung und Rat, sondern auch neue berufliche Möglichkeiten und Kooperationen.
- Was würdest du neuen Studierenden, die eine ähnliche Weiterbildung in Betracht ziehen, raten?
Jede Gelegenheit auszunutzen, um Fragen zu stellen, an Diskussionen teilzunehmen und von den Erfahrungen der Dozenten und Mitschüler zu lernen. Und immer dranbleiben mit Lernen, ansonsten wird es sehr streng gegen den Schluss 😊
Rückblick 3. Aussenhandels-Fachtagung vom 10. April 2024 | Stimmen aus der Fachtagung
06.05.2024Fachbeitrag von Yves Spühler, Leiter Wirtschaftspolitik und Ökonomie der IHZ, zum Thema Bilaterale III
29.04.2024Mit den Bilateralen III will die Schweiz die gute Beziehung zu unseren europäischen Partnern auch in Zukunft sicherstellen und weiterentwickeln. Yves Spühler ist Leiter Wirtschaftspolitik und Ökonomie bei der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ. In dieser Funktion analysiert er die Zentralschweizer Wirtschaft und vertritt die Interessen der Unternehmen in den Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden gegenüber der Politik. Wir haben ihn zu diesem wichtigen Thema für die Aussenwirtschaft interviewt.
- Die ersten sieben Bilateralen Abkommen (Bilaterale I) mit der Europäischen Union (EU) wurden im Jahr 1999 abgeschlossen und feiern im Juni 2024 ihr 25-jähriges Bestehen. Wie wichtig sind diese Verträge für die Schweizer Wirtschaft?
Die Europäische Union ist der wichtigste Aussenhandelsmarkt für die Schweiz. Alleine mit den Grenzregionen der Nachbarländer handelt die Schweiz wertmässig fast doppelt so viel wie mit Indien und China zusammen. Im Kanton Uri werden neun von zehn Exportfranken in der EU erwirtschaftet. Die bilateralen Abkommen sind einzigartig und erfolgreich, weil sie mehr sind als ein einfaches Freihandelsabkommen. Die Verträge umfassen auch den Abbau von technischen Handelshemmnissen, die erfolgreiche Personenfreizügigkeit im Arbeitsmarkt sowie die Zusammenarbeit in der Forschung und Bildung. Die Schweiz tut gut daran, den Weg der bilateralen Verträge weiter zu beschreiten.
- Das Weiterbestehen der Bilateralen ist zurzeit ungewiss. Wie geht es weiter?
Das EU-Recht entwickelt sich weiter. Einige Inhalte der Abkommen sind deshalb veraltet. Zudem ist es wünschenswert, die Abkommen auf weitere Bereiche auszuweiten. Beispielsweise umfassen die heutigen Abkommen die Bereiche Strom und Lebensmittelsicherheit nicht. Der Status quo ist deshalb kein gangbarer Weg. Die EU fordert bei der Weiterentwicklung eine stärkere institutionelle Anbindung der Schweiz. Sie möchte, dass für alle am Binnenmarkt beteiligten Länder die gleichen Spielregeln gelten. Der Bundesrat erteilte dem Institutionellen Abkommen (InstA) im Mai 2021 aber eine Absage. Glücklicherweise konnte der Gesprächsfaden im Folgejahr wieder aufgenommen werden. Die Sondierungsgespräche über den sogenannten Paketansatz bzw. den Bilateralen III verliefen zufriedenstellend, sodass der Bundesrat im Dezember 2023 ein Verhandlungsmandat verabschieden konnte. Wenn der Bundesrat dieses Tempo aufrechterhält, können wir bereits Ende dieses Jahres ein Verhandlungsresultat erwarten. Ich bin überzeugt, dass eine mehrheitsfähige Lösung erarbeitet werden kann. Auch die EU hat ein Interesse an guten Beziehungen mit der Schweiz.
- Was passiert, wenn auch die Verhandlungen über die Bilateralen III scheitern?
Das hätte seinen volkswirtschaftlichen Preis. Wir haben zurzeit das Privileg, dass Schweizer Produkte ohne grosse Hürden auch im EU-Markt verkauft werden können. Diese sogenannte gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen in verschiedensten Bereichen wäre mittelfristig nicht mehr gültig – der MedTech-Sektor hat sie bereits verloren. Nach Schweizer Standards produzierte Waren müssten in der EU neu zugelassen und in einigen Fällen an die europäischen Rechtsrahmen angepasst werden. Das bindet bei den Unternehmen viele Ressourcen. Besonders KMU, die hauptsächlich den Schweizer Markt beliefern und nur gelegentlich Kunden im EU-Raum haben, würde das hart treffen. Sie bräuchten mehr Personal und allenfalls eine Niederlassung in der EU. Zudem wäre die Schweiz für internationale Unternehmen aus Drittsaaten nicht mehr interessant, um von hier aus den Schweizer und den viel grösseren EU-Markt zu beliefern. Hierzu kommen Kosten, die mit Ausschlussmassnahmen der EU zusammenhängen, beispielsweise im Forschungs-, Bildungs- und Börsenbereich. Andererseits weist die EU eine starke Regulierungswut auf. Auflagen für die Produktion und die Produktsicherheit werden immer strenger, was nicht zur eher liberalen Rechtsordnung der Schweiz passt und ebenfalls volkswirtschaftliche Kosten haben. Mit gut ausgehandelten Ausnahmen beispielsweise im Bereich der Zuwanderung und in der Rechtsübernahme, die dem direktdemokratischen und föderalistischen System der Schweiz Rechnung tragen, ist die Abwägung aber eindeutig. Wir müssen den bilateralen Weg weiterführen.
Überarbeitetes Seminarprogramm – so vielfältig wie die Welt des Aussenhandels!
17.04.2024
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Lunch-Webinar mit DSV zum Thema «Herausforderungen in der Global Supply Chain 2024»
17.04.2024
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